Parkbühne, die Band „WEIMAR“, ja, schon wieder!

Ja, schon wieder geht es um die Band „Weimar“! Wir haben bereits am 23. Mai 2025[1] & am 30. Mai 2025[2] berichtet. – Und jetzt kommt auch noch die MOZ um die Ecke und lockt mit fadenscheinigen, suggestiven Fragen! – Übrigens nicht nur die MOZ, sondern das ganze Medienhaus wettert für Klicks!

Eine schnelle Quintessenz aus den vorherigen Artikeln, quasi zum Aufwärmen:

– Ende Mai 2025: Antrag auf Konzertverbot der Band Weimar von Stephan Wende (DIE LINKE) wegen früherer rechter Verbindungen wurde gestellt, aber später zurückgezogen – ohne Erfolg, aber mit viel Krach.

– Vergleich mit älteren Texten zeigt Copy-Paste-Vorgehen, inklusive 26 Jahre alter Vorwürfe – die juristisch nicht mehr tragbar sind.

– Verwaltungsgerichte und Verfassungsschutz sehen keine Grundlage für ein Verbot: Keine aktuelle Gefahr, keine Beobachtung, also Meinungs- und Kunstfreiheit vor Moralempörung.

Nun zur erneut unbequemen „Wahrheit“. – Wenn sich die Empörung verselbstständigt – und der Journalismus gleich mit.

Man hätte ja fast gehofft, dass der mediale Pulverdampf sich langsam legt. Aber nein – jetzt steigt auch noch die Märkische Oderzeitung ins Empörungskarussell ein. Titel: „Weimar in Fürstenwalde – Einladung für Rechtsextremisten?“
Fragezeichen hin oder her – die Richtung ist klar. Die MOZ macht, was sie offenbar für ihren Beitrag zur Demokratie hält: Sie gießt nochmal ordentlich Öl ins Feuer. Und dabei schnappt sie sich genau die Argumente, die wir in Fürstenwalde inzwischen wirklich zur Genüge kennen – von Stadtverordneten, Facebook-Kommentaren und Copy-Paste-Vorlagen.

Die alte Leier: Vergangenheit, Symbolik, Besucher

Der MOZ-Artikel vom 15. Juli 2025 ist ein wilder Mix aus Alarmpädagogik, Szeneanalytik und moralischer Ergriffenheit. Es geht – mal wieder – um Textzeilen wie „Schlüsselwärter“ (vermutlich antisemitischer Code), um Ratten und Wölfe (NS-Symbolik lässt grüßen), um Gäste mit Nazi-Shirt und White-Power-Geste. Das Problem? Das alles stand so oder so ähnlich schon in Stephan Wendes Beschlussantrag vom 14. Mai. Und der wiederum kopiert mehr oder weniger wortgleich aus einem offenen Brief von Clara Bünger aus 2023.

Kurz: Auch der Journalismus ist mittlerweile im Copy-Paste-Modus angekommen. Neu ist da gar nichts mehr – außer der Schlagzeile.

Keine Spur von Einordnung – nur Empörung mit Anlauf

Was bei der MOZ komplett fehlt: Ein Funke rechtsstaatlicher Abwägung. Kein Hinweis auf den Umstand, dass die Band nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Kein Wort darüber, dass Weimar inzwischen zweimal vor Gericht erfolgreich war – in Saarbrücken und Lemgo. Dort wurde eindeutig klargestellt: Kein Verbot ohne rechtlich tragfähige Grundlage.

Auch nicht erwähnt: die Tatsache, dass sich die Band (ob glaubwürdig oder nicht) öffentlich von Rassismus, Gewalt und Extremismus distanziert hat. Dass sie juristisch derzeit nicht angreifbar ist. Und dass Kunstfreiheit – ja, die gibt’s noch – auch für Bands gilt, die man persönlich zum Kotzen findet.

Was soll das?

Die Märkische Oderzeitung schreibt von „Einladung für Rechtsextremisten“. Und meint damit nicht, dass da eine Organisation Tickets verteilt. Sondern: dass bestimmte Leute ins Publikum kommen könnten, die einem nicht gefallen. Gut – das kann einem bei Ballermann-Acts, Bushido oder Rammstein genauso passieren. Will man jetzt anfangen, Veranstaltungen nach dem Kleidungsstil oder der Gesinnung einzelner Zuschauer zu bewerten?

Medien als politische Schützenhilfe?

Was die MOZ da veranstaltet, ist keine kritische Berichterstattung, sondern flankierende Stimmungsmache für einen politischen Vorstoß, der juristisch wackelig ist und inhaltlich längst entlarvt wurde. Ein Artikel, der sich nicht um die Rechtslage schert, sondern um moralische Deutungshoheit.

Dass in einer Stadt wie Fürstenwalde der Rechtsstaat plötzlich als lästig gilt, wenn er im Weg steht – das ist das eigentlich Beunruhigende. Und dass eine Zeitung mitläuft, statt einzuordnen, das ist brandgefährlich.

Fazit: Empörung ist keine Haltung

Weimar polarisiert. Ja. Aber die Demokratie lebt genau davon: dass sie aushält, was unbequem ist. Was man kritisieren darf – und muss. Aber eben mit rechtsstaatlichen Mitteln. Nicht mit moralischem Druck, vorverurteilender Berichterstattung und dem x-ten Copy-Paste-Argument.

Die MOZ hätte die Gelegenheit gehabt, aufzuklären, zu hinterfragen, zu differenzieren. Sie hat sich entschieden, mitzuschreien.

Und wir sagen: Jetzt auch noch die MOZ? Wirklich schade.

[1] https://kaeseblattfw.wordpress.com/2025/06/02/parkbuhne-opfer-von-moralpolitik/

[2] https://kaeseblattfw.wordpress.com/2025/06/02/furstenwalde-parkbuhne-rechtsruck-oder-rechtsstaat/