#Fürstenwalde Der #Springbrunnen am Großen Stern ist seit 1939 das schillernde Herzstück im Stadtpark Fürstenwalde. Er wurde in den Dreißigern als runder Treffpunkt angelegt, hat Kriegswirren, DDR-Planscherei, Nachwende-Partys und schließlich eine komplette Totalsanierung 2015 – 2016 überlebt. Heute schießt wieder eine sechs Meter hohe Fontäne in den märkischen Himmel, gesteuert von moderner Technik mit Windsensor, damit bei Sturm niemand geduscht wird.
Kurz gesagt: Viel erlebt, viel geflucht, aber immer noch das fotogenste Wasserloch der Stadt.
Entstehung 1939 – Bauwut und Stolz
Ende der Dreißiger wollte die Stadt ein klares Zentrum im damals frisch erweiterten Park setzen. Ergebnis: ein kreisrundes Becken am Schnittpunkt aller Hauptwege, fertiggestellt 1939. Der Brunnen wurde schnell zum Lieblingspunkt für Spaziergänger, Hochzeitsfotos und sonntägliche Pausen.
DDR-Jahre und wilde Neunziger
Rund 40 Jahre lang plätscherte hier eine klassische Mittelfontäne. Kids aus der Stadt und Pioniergruppen sprangen an heißen Tagen barfuß durchs seichte Wasser – Badeseen waren schließlich weiter weg. Bei vielen Parkfesten, war der Springbrunnen ein toller Anziehungspunkt.
Marode Dichtungen, lange Gesichter – Abriss 2015
Ab den 2000ern tropfte es überall, Beckenrisse, undichte Leitungen, ständig Pumpenausfälle. 2015 riss die Stadtverwaltung das alte Bauwerk radikal ab. Geplant war ein sogenannter Wassererlebnisplatz: 20 Meter Durchmesser, flaches Becken, barrierefreier Zugang und eine zentrale Fontäne von rund sechs Metern Höhe. Zwei Drittel der 405.000 Euro Baukosten kamen aus dem Fördertopf Stadtumbau Ost.
Neustart 2016 – Barfuß erlaubt
Im Mai 2016 war das Ding fertig, innen knallblau gestrichen und pünktlich zum Stadtfest mit frischem Wasser gefüllt. Seitdem dürfen sogar Kleinkinder durchs Becken stapfen, ohne dass der Bademeister schimpft – geplant und gewollt, barrierefrei eben. Das hat dem Treffpunkt ein neues Publikum und jede Menge Selfies beschert.
Technik-Update 2023 – Windsensor gegen Wasserwolken
Nach weiteren Pannen blieb die Schüssel 2020 bis 2023 zeitweise trocken. Ursache: elektronikschwache Steuerung und Vandalismus an Leitungen. Mit neuer Pumpentechnik und einem Windsensor, der die Wasserhöhe bei Böen automatisch drosselt, läuft die Anlage seit Mai 2023 wieder stabil.
Warum das alles?
Weil der Brunnen mehr ist als Dekoration. Er markiert das Zentrum eines Parks, der schon 1836 vom Heideherren Friedrich Schulze angelegt wurde – eine grüne Schneise vom Spreeufer bis zur Innenstadt. Wenn seine Fontäne sprudelt, wissen Einheimische: Sommer ist da, das Stadtfest kann beginnen und die Parkbühne nebenan füllt sich bald mit Konzerten. Ohne Wasser hingegen wirkt der ganze Platz wie ein leerer Teller nach dem Essen – ziemlich trostlos. Also hegen und pflegen lautet die Devise, sonst gibt es wieder Frust und trockene Steinwüste.
Beim nächsten Spaziergang einfach mal die Schuhe ausziehen, durch das kühle Nass tapsen und dabei an die 90 Jahre Stadtgeschichte denken 😉
