Spannend! Fürstenwalder Straßenbenennungen!

#Fürstenwalde #Kommunale #Politik ist dröge? Mitnichten!

Unsere Stadtverordneten grübeln auch mal nach 😉

Hach ja, Straßenbenennungen – klingt trocken wie Knäckebrot ohne Belag, kann aber politisch brisant sein. In Fürstenwalde-Nord soll nämlich ein kleines Stückchen Asphalt – genau 290 Meter lang – bald einen offiziellen Namen bekommen. Und nein, „Planstraße 5“ ist nicht mehr sexy genug.

Was zur Hölle ist die Planstraße 5?

Das ist eine bisher namenlose Straße zwischen Hegelstraße und Fabrikstraße, direkt im Gewerbe- und Industriegebiet ehemals „Pintsch“. Fast drei Jahrzehnte gammelte der ursprüngliche Name „Am Heimkehrerlager“ im Verwaltungsgedächtnis herum – nur keiner hat ihn umgesetzt. Jetzt, da die Straße endlich auch richtig gebaut werden soll (Applaus für diesen Mut zur Infrastruktur), braucht sie einen Namen, der nicht nach 1946 klingt.

Warum jetzt?

Weil der südliche Teil – der bislang mit Garagen vollgestellt war – endlich frei ist. Abgerissen, plattgemacht, bereit für die Zukunft. Dazu kommen neue Gewerbegrundstücke, eine Sporthalle, Schulen – kurz gesagt: Es wird eng da hinten. Und mit einem Namen kann man nicht nur Google Maps glücklich machen, sondern auch die Leute, die da bald arbeiten, lernen und Sport machen sollen.

Alte Namen, neue Probleme

„Am Heimkehrerlager“? Puh… klingt nostalgisch, aber auch nach Geschichte, die man erstmal googeln muss. Und dann stößt man auf Vertriebene, Baracken, Kriegsgefangene – nicht gerade der Stoff für ein frisches Stadtimage. Alternativvorschlag „Steiner Weg“? Schön und alt, aber leider zu nah am „Steinweg“ in Süd – Verwechslungsgefahr deluxe. Also: neue Ideen bitte!

Was muss beim Namen beachtet werden?

Da geht’s nicht einfach nach Bauchgefühl. Die Verwaltung klopft folgende Punkte ab:

* Keine Zungenbrecher oder Verwechslungs-Gefahr (Beerenweg vs. Bärenweg? Nope.)

* Möglichst kurz und einprägsam

* Keine Namen, die nach Satire klingen

* Und – Tusch! – bitte mehr Frauennamen! Gleichstellung und so.

Wer steht auf der Namensliste?

Da hat sich das Rathaus Mühe gegeben und eine bunte Tüte Persönlichkeiten vorgeschlagen – alles Leute mit Bezug zu Fürstenwalde oder wenigstens Berlin/Brandenburg:

* Moritz Hoffmann – Arzt und Botaniker aus Fürstenwalde

* Helga Königsdorf – DDR-Mathematikerin & Autorin

* Elsa Neumann – Erste Frau mit Physik-Promotion in Berlin (Respekt!)

* Johann Friedrich Penther – Mathematiker & Architekturtheoretiker

* Ira Rischkowski – Elektroingenieurin und Widerstandskämpferin

* Nakagawa Seibei – Japanischer Braumeister, hat in Fürstenwalde gelernt

* Bertha Wehnert-Beckmann – Deutschlands erste Berufsfotografin

Man könnte also eine „Pentherstraße“ haben. Oder die „Königsdorf-Allee“. Vielleicht sogar die „Nakagawa-Gasse“. Alles denkbar – solange es nicht klingt wie ein schlechter Witz oder eine Straßenkreuzung in Wuppertal.

Was bedeutet das für die Stadt?

Hausnummern müssen geändert werden – vor allem für die Sporthalle, die bisher unter „Hegelstraße 30“ läuft. Straßenschilder kosten auch was: 100 bis 150 Euro. Also kein finanzieller Weltuntergang, aber Verwaltungsaufwand deluxe. Und alles nur, weil eine Straße einen Namen braucht.

Fazit:

Es ist nur eine Straße. Aber in Fürstenwalde ist eben auch das ein politischer Akt. Wer hier gewinnt – die Pioniere der Gleichstellung, die Lokalhistoriker oder die Industrie-Romantiker – wird sich am 28. Mai in der Stadtverordnetenversammlung zeigen. VORHER noch Diskussionen im Ausschuss für Kultur, Sport, Bildung, Soziales, Integration und Gleichstellung (am 15.05) und Hauptausschuss (21.05). Bis dahin darf geraten, diskutiert und debattiert werden.

Quelle (Beschlussvorlage): https://sessionnet.owl-it.de/fuerstenwalde-spree/bi/getfile.asp?id=10655&type=do (Direktlink PDF)