Diorama: Gaselan-Brunnen & dessen Geschichte!

Der Schaum der Einheit – Wie ein Gaselan-Brunnen Geschichte, Glanz und Blödsinn vereint. Heute wenig beachtet, früher Magnet für Kinder und Erwachsene. Letztere tranken gemütlich ein kühles Blondes in der „Einheit“, während die Kinder beschäftigt waren.

Da steht er. Glänzt wie frisch poliert. Der Gaselan-Brunnen. Edelstahl pur. Keine Schnörkel, kein Kitsch – nur ehrliche DDR-Ingenieurskunst, gebaut von den eigenen Leuten. Jawohl, der wurde nicht irgendwo eingekauft oder mit West-Devisen angeschleppt, sondern 1985 direkt von den tüchtigen Gaselan-Mitarbeitern selbst zusammengebaut und an den Start gebracht. Und wer jetzt denkt, das sei irgendein schnöder Zierbrunnen – weit gefehlt.

Damals stand das gute Stück noch direkt vor der Gaststätte „Zur Einheit“ – ein Name, der klang wie Staatsratsbeschluss und Bierdeckel zugleich. Heute steht er – nicht mehr plätschernd, etwas versetzt, an der Ecke Karl-Marx-Straße und Friedrich-Engels-Straße, also quasi mitten in Fürstenwalde. Man kann sagen: Der Brunnen hat seinen Platz gefunden zwischen Revolution und Dialektik 😉

Aber jetzt kommt das Beste. Denn was wäre eine sozialistische Stadtgeschichte ohne einen gepflegten Schuss Anarchie? Irgendwann – so munkelt man – noch zu besten DDR-Zeiten(?), hatte jemand eine ganz besondere Eingebung. Statt still und stumm das Wasser rauschen zu lassen, wurde einfach mal eine ordentliche Portion Spülmittel in den Brunnen gekippt. Nicht nur ein Spritzer, oh nein – es musste was ordentlich Schäumendes gewesen sein. Das Ergebnis? Ein schäumendes Spektakel. Schaumberge bis zur Bordsteinkante!

Ob das nun ein Protest gegen den planmäßigen Wasserkreislauf war oder einfach nur jugendlicher Übermut mit Haushaltserfahrung – wer weiß das schon. Sicher ist: Das fiktive Bild WÄRE (Siehe Bild 3!) legendär – Denn so könnte es ausgesehen haben. Ein ganzer Platz voller Schaum. Der Brunnen, völlig außer Rand und Band. Und irgendjemand stand bestimmt mit einem Lappen daneben und hat gesagt: „Na siehste, glänzt doch!“

Heute schäumt er nicht mehr. Also – zumindest nicht absichtlich.

Inspiriert von einigen Facebook-Postings 😉

Wer kann noch mehr über diesen Brunnen erzählen?